Lebenslauf des Heimatvereines St.Stefan

Als sich im Jahre 1907 in Knittelfeld aufrechte Männer und Frauen in ihrer Sorge um den Niedergang von Tracht, Volkstanz, -lied und -musik zusammentaten und in vorbildlicher Pionierarbeit einen Verein zur Erhaltung ererbten Volksgutes gründeten, so war es für uns ein besonderer Glücksfall, daß die Familie Gladik in jüngsten Jahren zu diesem Verein stieß und dabei beauftragt wurde, mit seiner Begeisterung den Gedanken der Brauchtumspflege auch nach St.Stefan zu tragen.

So kam es nach vielen Vorgesprächen und Ermutigungen am 17.Juni 1923 im "Gasthaus zur Käserei" zur Gründung der Sektion "D'Kamsberger St.Stefan". Mühevoll war der Weg des Aufbaues in den ersten Jahren. Das verlorengegangene Gefühl zur Tracht mußte langsam wieder geweckt werden, der Volkstanz wurde neben dem Laienspiel in den Mittelpunkt der Vereinstätigkeit gestellt. Wirtschaftliche Schwierigkeiten wechselten mit persönlichen Mißerfolgen und der Zweite Weltkrieg machte wie überall alle Aufbauarbeit zunichte.

Schon im Jahre 1946 ging eine hoffnungsfrohe Jugend in der Lobming mit der Unterstützung erfahrener Männer wieder daran, die Arbeit aufzunehmen und gründete den selbständigen Verein "D'Lärchkogler z'Lobming". Mit großer Begeisterung wurde eine Vielfalt von Tätigkeiten entwickelt und als ersten Höhepunkt können wir die Fahnenweihe mit einem großen Trachtenfest im Jahre 1951 ansehen. Als Fahnenmutter bzw. Fahnenpatin fungierten Frau Agnes Eisen und Frau Antonia Judmayr.

1959, im Erzherzog-Johann-Jahr, wurde die Umbenennung in "Heimatverein" beschlossen. Der "Tag der Steirer" kam erstmals zur Durchführung und bildet seither den jährlichen Höhepunkt in der Vereinstätigkeit.

1968 legte Hans Gladik seine 18 Jahre dauernde Verantwortlichkeit zurück und man betraute Hans Groß als langjährigen Mitarbeiter mit der Leitung des Vereines. Es gelang, die vielfältige Tätigkeit auszubauen, alle Altersgruppen und Schichten zu erfassen, so daß wir bis heute imstande sind eine bestmögliche Volkskulturarbeit auf breitester Basis zu leisten.

Im Jahr 1991 konnte Hans Groß nach 23 Jahren seiner Tätigkeit als Obmann die Verantwortung in die Hände von Günter Hoisel legen und der Verein fand in ihm einen würdigen, rührigen Nachfolger.

In der besten Zusammenarbeit mit vielen langjährigen und verantwortungsvollen MitarbeiterInnen im Ausschuß, der Chorgemeinschaft, der Männertanz- und Volkstanzgruppe, der vorbildlichen Pflege der Tracht und dem besonderen Augenmerk auf die echte Volksmusik gelingt es dem Heimatverein immer wieder, den guten Ruf von St.Stefan weit über die Grenzen des Bezirkes und Landes hinauszutragen.

1995 reiste der Verein auf Einladung einer schwedischen Tanzgruppe nach Ljungskilje in der Nähe von Göteborg, und im Jahr 2000 zu einem Jugendfolklorefestival nach La Villedieu du Clain in der Nähe von Portiers in Westfrankreich.

Bei der Jahreshauptversammlung im April 2006 wurde Sandra Fresner zur neuen Obfrau gewählt. Unter ihrer Führung wurde der bisher beschrittene Weg des Vereines tatkräftig fortgesetzt. Als Sandra Fresner im Juni 2010 aus beruflichen und familiären Gründen das Amt der Obfrau zurücklegte, übernahm Stellvertreter Franz Kolland vorübergehend die Rechte und Pflichten des Obmannes, bis schließlich von einer außerordentlichen Generalversammlung am 2. Oktober 2010 Friedrich Gallowitsch zum neuen Obmann gewählt wurde.

Mit Freude dürfen wir heute vermerken, daß die Bevölkerung von St.Stefan unsere Zielsetzungen in der Form von unterstützenden Mitgliedern voll anerkennt und uns in jeder Weise bestens zur Seite steht.

So gesehen braucht uns um die Zukunft des Heimatvereines nicht bange sein, um so mehr als mit allen Vereinen des Ortes und mit der öffentlichen Hand ein bestes Einvernehmen besteht.